Samstag, 7. Dezember 2013

Futterglocken für die gefiederten Freunde :)

Ich mag Menschen nicht, die es nicht wertschätzen, wenn man etwas für sie tut. Ja, solche Leute soll es tatsächlich noch geben. Leider. Und es trifft mich jedes Mal aufs Neue, - glaube ich doch nach wie vor an das Gute im Menschen - wenn mir so etwas passiert. Zwischen Wut und maßloser Enttäuschung versuch ich mich dann eben so gut wie es geht, irgendwie abzulenken. In der kalten Jahreszeit gelingt mir das besonders gut mit dem Basteln von Futterglocken für die gefiederten Freunde, die in dieser Kälte draußen tagtäglich um ihr Leben kämpfen. Ich bin eindeutig FÜR das Füttern von Wildvögeln, da der Mensch sich immer mehr ausbreitet und der natürliche Lebensraum der kleinen und großen Piepmätze immer mehr schrumpft. Zudem verlieren gerade Meisen in einer kalten Nacht 10% ihres Körpergewichtes, weil sie sich warm halten müssen und somit Energie verbrennen. Es ist also wichtig, dass sie ein fettreiches Frühstück bekommen.

Für die Futterglocken braucht ihr:

- Tontöpfchen (9cm im Durchmesser, 8cm in der Höhe)
- Wintervogelfutter / Streufutter
- Kokosgarn oder ähnliche Garne (z.B. von Hornbach, 15m für 2,25€)
- Frischhaltefolie
- rein pflanzliches Fett (z.B. Kokosfett)
- Schere
- eventuell einen Schuhkarton o.Ä.

Vorbereitung:
1. Ca. 80cm Garn abschneiden. Fürs Aufhängen eine Schlaufe knoten; auf der anderen Seite reicht ein einfacher Knoten aus.

2. Topf mit Frischhaltefolie auskleiden und mit der Schere ein Loch durch die Folie bohren.

3. Mit der Schlaufe voran durch das Loch stecken...

... so sollte das ganze dann aussehen.

4. Ich steck die vorbereiteten Tontöpfe immer in einen Karton, der mit Löchern versehen ist. Ich find es so einfach praktischer, denn die Aufhänge-Schlaufe befindet sich im Inneren des Kartons und ist somit "nicht im Weg"; außerdem stehen die Töpfchen so sicherer.


Die Mengenangaben reichen für 3 Töpfchen:

In einem Topf 250g Fett erwärmen, aber nicht kochen. 350g Futter einrühren und bspw. auf dem Balkon etwas abkühlen lassen (das Fett verwandelt sich in eine milchig-trübe Masse). Das ganze sollte zwar fest, aber noch nicht zu fest sein; wird die Füllung zu warm eingefüllt, kann es sein, dass das gesamt flüssige Fett durch das Loch im Topf davon fließt, was eine riesige Sauerei verursacht.
Nun gibt man das Gemisch portionsweise in die Töpfchen und drückt es fest hinein. Über Nacht gut durchkühlen lassen und in der Frischhaltefolie lagern.

Zum Herauslösen hab ich noch einen Tipp für euch: nicht an der Schnur unten ziehen, sondern so:

Ihr haltet die Glocke mit der Öffnung, nach unten und "schiebt" mit der Schlaufe in Pfeilrichtung das ganze vorsichtig nach unten.

Vor dem Raushängen unbedingt die Folie entfernen.


Die Töpfchen und die Schnüre (+ eventuell die Folie) kann man wiederverwenden; also sind diese Investitionen einmalig.

* Auch eine wundertolle Sonntag-Nachmittag-Beschäftigung mit Kindern *

Es ist einfach wunderschön die Vögelchen dabei zu beobachten, wie sie sich langsam ran tasten und die Glöckchen von Tag zu Tag weniger werden. Vielleicht entdeckt man auch den ein oder anderen Gast, den man zuvor noch nicht wahrgenommen hat. Letztes Jahr zum Beispiel hat mich ein Rotkehlchen, ein Bergfink und ein Wintergoldhähnchen (mit 9cm Körpergröße der kleinste Vogel Europas) besucht, die ich in freier Wildbahn noch nie bewusst wahrgenommen habe.

Ich bin damit noch ein Weilchen beschäftigt und werde dieses Jahr wieder unzählige Töpfchen befüllen, denn ich habe 3 Gärten zu versorgen :)

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen